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"Herrenberg ist so etwas wie ein weißer Riesling-Petrus
von der Saar: winzige Produktion, total eigenständiger Terroir-Charakter
in absoluten Spitzenlagen" (Mario Scheuermann, Fachjournalist
und Veranstalter des Hamburger Weinsalons)
Die Daten
Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer, Gründungsjahr 1992, Inhaberin
Claudia Loch. Genutzte Fläche 2,3 ha, durchschnittlicher Ertrag
ca. 33 hl / ha. Lagen: Schodener Herrenberg, Wiltinger Schlangengraben,
Ockfener Bockstein (alle an der Saar). Mitglied im Ecovin-Verband
und in der Europäischen Akademie für Terroir und Weinkultur.
Die Geschichte
Zwei unerfahrene Quereinsteiger, 1200 m² Weinberg, ein paar
alte Holzfässer. Dazu ein rostiger Traktor, die Holzkorb-Kelter
aus Vorkriegszeiten und eine Extraportion Idealismus: So startete
1992 der Weinhof Herrenberg. Und ist heute aus eigener Kraft zum
begehrten Geheimtipp aufgestiegen, innerhalb weniger Jahre. Wer
hätte das damals gedacht? Aber lesen Sie selbst:
Sprung ins kalte Wasser
Wirtschaftlich gesehen war es nicht die klügste Idee, aus
dem Nichts ein Weingut zu gründen. Gut, in der Toskana vielleicht,
mit Investoren, Fachpersonal und Marketingexperten an der Hand,
aber ganz allein im Saartal? Wo ringsum immer mehr Familienbetriebe
aufgaben? Doch wir wollten es wissen. Wir, Claudia und Manfred Loch,
wollten nicht nur unseren Wein selber machen, wir wollten ihn noch
besser machen als unsere Vorbilder. Besser als die großen
Spitzenweingüter. Wir wollten diese uralte Kulturlandschaft
der Saar bewahren, deren Potential einst die begehrtesten Weine
der ganzen Welt hervor gebracht hatte. Und wir waren bereit, die
Ärmel hoch zu krempeln.
Rückschläge
Ja, aller Anfang ist schwer. Das Erlernen der nötigen Fachkenntnisse
war noch das geringste Problem. Aber die 08/15-Methode genügte
uns ja nicht. Wir beschlossen, unseren Weinberg streng ökologisch
zu bewirtschaften, schließlich brachte das auch im Garten
die beste Qualität. Die "richtigen" Winzer schüttelten
den Kopf und sollten erst mal Recht behalten: Verheerender
Schädlingsbefall brachte herbe Rückschläge. Damit
nicht genug: Der Keller war zu klein, wir kelterten den Most unter
freiem Himmel, Investitionen waren unumgänglich. Doch der Weinhof
Herrenberg erhielt keinen Pfennig Fördermittel vom Staat, im
Gegensatz zu üblichen Weingütern als Quereinsteiger
ohne den vorgeschriebenen Ausbildungsweg galten wir als nicht förderungswürdig.
Zwar schmeckte der Wein schon lecker und lag deutlich über
dem Durchschnitt; auf den Flaschen klebten die goldenen Kammerpreismünzen.
Trotzdem entsprach die Qualität noch nicht unseren hohen Ansprüchen.
Schnell war klar, das wir mit den ortsüblichen Ertragsmengen
nicht ans Ziel kamen. Wir mussten unseren Ertrag noch weiter reduzieren.
Lichtblicke
Wir investierten in ein neues Wirtschaftsgebäude mit perfektem
Weinkeller samt Ausrüstung. Die Geschichte vom Marienkäfer,
der nach dem Keltern unbeschadet aus dem Trester krabbelte, steht
beispielhaft für unseren Technikeinsatz: maximale Schonung,
minimale technische Eingriffe. Die Rebstöcke wurden immer gesünder,
der Schädlingsbefall ging nach und nach zurück. Durch
die Mitgliedschaft im Ecovin-Verband festigten wir unseren ökologischen
Anspruch. Die Fortschritte in der Weinbergspflege und im Keller
sorgten für ständig steigende Weinqualität. Zu unseren
Parzellen im besten Teil des Schodener Herrenbergs kamen noch zwei
Traumlagen hinzu: der Wiltinger Schlangengraben mir seinen über
100jährigen Reben und ein echtes "Filetstück"
im Ockfener Bockstein. Die strahlenden Gesichter bei den Weinproben
bestärkten uns: Wir waren auf dem richtigen Weg.
Durchbruch
"Die Jahrgänge 1997 und 1998 erbrachten bereits beachtliche
Qualitäten, doch stellten die wundervollen edelsüßen
99er hier alles in den Schatten, was die Lochs zuvor auf Flaschen
gefüllt hatten" lobt der Gault Millau Wein Guide.
Der sonnige Herbst 1999 ließ unser Qualitätskonzept voll
aufgehen: Während andere Weingüter durch zu hohe Erträge
nur Durchschnittsware auf die Flasche füllten, erreichten unsere
Auslesen traumhafte Dimensionen.
Das nächste Jahr zeigte nun erst recht die Überlegenheit
unseres Konzeptes. "Noch frappierender finden wir nun die 2000er
Kollektion", schwärmen die Tester vom Gault Millau,
"Es ist geradezu erstaunlich, welch reintönige und wohl
schmeckende Weine den Lochs in diesem problematischen Jahrgang gelungen
sind und von welcher Güte speziell die trockenen Rieslinge
sind." Unsere Kunden wissen: Auf diesen Loorbeeren haben wir
uns nicht ausgeruht.
Grund zum Feiern
2002 nahm uns die Fachzeitschrift Alles über Wein in
ihre Liste der weltbesten Erzeuger auf. Im Herbst stand nun unsere
10. Weinlese an der Jubiläumsjahrgang. Bereits im Jahr
zuvor hatten wir die Messlatte hoch gelegt: mit dem höchsten
Riesling-Mostgewicht (=Reifegrad) der Region. Doch anhaltender Regen
im Spätherbst 2002 machte allen Weingütern des Anbaugebiets
schwer zu schaffen. Wieder konnten wir unsere Trümpfe ausspielen:
Spitzenlagen, maximale Reife der Trauben, Unabhängigkeit von
Hilfskräften. So entstand unsere 2002er Saar-Riesling-Trockenbeerenauslese
die einzige des ganzen Saartals, der beste Wein, den wir
bis dahin je schmecken durften. Ein weltberühmter Weinjournalist
(der nicht genannt werden möchte) übte am Telefon jedoch
Kritik: Er fand, unsere Kollektion habe zu niedrige Preise.
Wie geht´s weiter?
Genau so geht´s weiter und nicht anders. Bei uns sollen sich
auch die künftigen Jahrgänge von ihrer besten Seite zeigen.
Auch weiterhin fühlen wir uns der großen Tradition des
Saar-Rieslings verpflichtet. Und Ihnen, liebe Kunden, die Sie uns
in der Vergangenheit unterstützt haben. Gerade der intensive
Kundenkontakt, der Austausch, das Lob der Weinexperten, alles das
wird uns auch in Zukunft Energie für unsere Arbeit geben. Der
große Rieslingkenner Stuart Pigott prägte mal den schönen
Begriff von der "Weinheimat". Alle Freunde charakterstarker
Rieslinge sollen hier an der Saar ihre Weinheimat finden. Und LochRiesling
wird weiterhin aus dem Rahmen fallen. In der FAZ am Sonntag
bezeichnet Stuart Pigott unseren Wein als "untypisch".
Untypisch deshalb, weil unser Perfektionismus untypisch ausgeprägt
sei, selbst angesichts des hohen Niveaus der Region. Dem wollen
wir nichts hinzufügen.
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